Deutschland, deine Autobahnen.

Wenn man von Berlin nach Paris mit dem Auto fährt, dann gibt es verschiedene Routen - logisch.
Auf dem Rückweg sind wir die weiter südlich verlaufende Strecke gefahren, bei der man in Höhe des Saarlandes Deutschland erreicht. Von Paris aus fährt man sehr entspannt auf einer mittelmäßig befahrenen Autobahn, zwei Richtungsfahrbahnen jeweils, also eine vierspurige Autobahn. Ich setze den Tempomat auf 130 und bleibe auf der rechten Spur, nur zum Überholen benutze ich die linke Spur - auch als Überholspur bezeichnet. Wenige Autos fahren schneller als 130, wenn dann vielleicht 140km/h, vielleicht auch mal 150, aber die Strafen für solche Sünden sind in Frankreich halt einfach auch wesentlich höher als bei uns und das zeigt sich am Fahrverhalten. Es ist alles viel entspannter. Ich könnte tagelang so fahren, wenn ich nicht drei Kinder im Auto hätte, die so oder so nach ein paar Stunden die schnauze voll haben.

Zehn Minuten auf deutschem Boden reichen und man merkt bereits die Veränderung. Nach einem prüfendem Blick in den Rückspiegel setze ich zum Überholmanöver an. Kaum auf der linken Spur angekommen, nähert sich ein weißer Audi von hinten (schwarzer BMW könnte es auch sein, es sind immer diese beiden Autos), links Blinker, Lichthupe, das im Rückspiegel immer größer werdende Vehikel fährt mindestens 950km/h und ist kurz davor die Schallmauer zu durchbrechen. Ich schere schlagartig wieder rechts hinter dem LKW ein und hasse Deutschland.

Welcome back. Ich hoffe, mein Prolog war nach eurem taste, ab jetzt gehts wieder um Fotografie, word!

Wir waren ja gar nicht in Paris. Seitdem ich meine Frau kennengelernt habe, führe ich ebenfalls eine Beziehung mit Minnie Mouse. Auch mit Daisy und dem Esel von Winnie Puh. Ich hatte sogar mal einen spicy Sextraum mit Anna und Elsa, in dem ich Olaf war. No shit. Wir waren also zum zigsten Mal im Disneyland. Um wenigstens etwas Abwechslung zu haben, entschloß ich mich diesmal alles auf Film zu fotografieren. Für noch mehr challenge nahm ich so viele verschiedene Filme mit, wie ich finden konnte, auch viele, die ich noch nie bzw lang nicht mehr geschossen habe. Ilford Delta3200, JCH Streetpan400, Ektakhrome E100 (mit Warmfilter), Santacolor, Fujifilm Pro400H, just to name a few. Mit an Bord waren die Leica M6, Contax T2, Pentax67 und die Mamiya 7. Übertrieben viel habe ich tatsächlich mit der Contax geballert, aber auch die Pentax kam gut oft zum Einsatz, über die Mamiya 7 werde ich mal einen eigenen Blog schreiben, aber die Ergebnisse aus dieser Kamera sprechen für sich (Delta3200, Amaloco AM74, Mirrorless Scan Nikon ZF / Nikkor Z MC105/2.8 & Negative Lab Pro) :

Ich merke immer mehr, wie sehr der Prozess des Entwickelns von Schwarz-Weiß Film für mich zum kreativem Prozess des Kunst Schaffens dazu gehört, ich wußte garnicht, wie sehr ich das vermißt habe in den letzten Wochen. Schon beim Fotografieren im Disneyland war ich zum Teil gedanklich beim Auspulen des Films im Dunkeln, beim Entwickeln und sogar das Scannen geht mir mittlerweile leichte von Hand dank dedicated Makro Objektiv. Hier ein paar Ergebnisse aus der Pentax 67 mit 105er Takumar auf Kodak T-MAX 100:

Ich muss schon sagen. Das Takumar mit einem langsamen Film liefert so dermaßen gut ab. Da kommt man digital eigentlich kaum ran, zumindest nicht, wenn man will, dass die digitalen Files noch ein bisschen analogen Charme haben. Man kann die Negative wie RAW-Files behandeln, Schatten hochziehen, schärfen, dies das, Ananas. Einfach nice. T-Max 100 ist sowieso so ein spannender Film, ich bin mal gespannt wie die 400er Variante abschneidet, welche ich in den kommenden Tagen entwickeln werde.

Ein weiterer Neuling für mich ist Japan Camera Hunter`s Streetpan 400, welchen ich am Abreisetag in die M6 eingeführt (hihi) habe, um direkt mein Lieblingsbild in einem kleinen Shop auf der Davy Crockett Ranch aufzunehmen:

Ob der Film jetzt tatsächlich ISO400 ist? …Ich weiß ja nicht so recht. Ich würde nächstes mal safe ne Blende mehr nehmen oder sogar zwei. Eventuell muss man auch die Entwicklungszeit ne Minute verlängern. Ich habe noch ne Rolle 120er im Fridge, den werde ich aber auch auf 400 schiessen, einfach des Vergleichs wegen. I will keep you posted! Wie gesagt, die Schatten saufen schon recht doll ab, aber irgendwie passte genau das zur Szenerie:

Der Kontrast ist schon krass. Ich hab das Licht wie immer gemessen, also locker aus der Hose auf die mittleren Schatten, aber schon die ertrinken ja fast im Schwarz. Aber gerade das gefällt mir bei den Indoor Szenen erstaunlich gut. Moody tones, bro. FML4real. Wer was über die Herkunft des Films weiß, kann ja mal was in die Kommis schreiben. Ich habe schon bei Reddit geschaut, es ist irgendwas ge-respooltes, that’s for shure, aber das ja eh klar.

Zusätzlich zum Schwarz/weiß gedöns, warte ich auf Scans von meinem lieben Freund Tobi vom UrbanFilmlab. Ich glaube, es sind insgesamt12 Rollen geworden, viel Film, der dieses oder letztes Jahr expiredte (checkst Du Schreibweise;) und ich freue mich auf die Ergebnisse, die ich naturellement hier teilen werde und auch auf Insta. Aber nur die Banger bro, dowaizt.

Kommende Woche gibts hoffentlich eine neue Folge Pixel and Punchlines mit Flo und mir, in der wir abgesehen von allem eventuell auch nochmals über die Zukunft der Fotografier, diesmal aber explizit die der analogen Fotografie sprechen werden. Vielleicht aber auch über was anderes. Mal sehen.

Ich danke euch für`s Lesen und für eure Treue. Things dont come out easy at the moment, wie suchen händeringend nach Babysitter/Aupair bis ich Elternzeit nehmen kann. Seht es mir nach.

Seid lieb.

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Nowhere diary

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Und dann ist es passiert…